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17.01.2026: Das kommentierte Apéro-Konzert mit der Formation Vereina-Express war ein voller Erfolg

Aktualisiert: 23. Jan.


Bündner Musik wandert und wird weitergegeben

Eine bunte Gästeschar liess es sich nicht nehmen, am vergangenen Samstag das kommentierte Apéro-Konzert im Volksmusighus St. Antönien zu besuchen.  Und wie es der Name sagt, wurde vorerst zu einem Steh-Apéro eingeladen. Das anschliessende Thema des Abends war: «Traditionelle Bündner Volksmusik und ihr Ausstrahlen übers Mittelland bis in die Westschweiz».

Die Dreigenerationen-Formation «Vereina Express»

Das Programm wurde von der Formation «Vereina-Express» gestaltet. Sie trat dabei mit folgenden Musizierenden (in alphabetischer Reihenfolge) auf: Laurin Aebli, Seewis: Schwyzerörgeli anstelle von Severin Tönett, Ardez; Otto Battaglia, Seewis: Klarinette; Jolanda Kessler, Grüsch: Klarinette; Simon Koller, Ardez: Schwyzerörgeli; Christoph Kuhn, Thun: Klarinette, Schwyzerörgeli, Blockflöte; Hanspeter Kuhn, Bern: Klarinetten, Geige, Blockflöte, Saxofon, Es-Trompete und Andrea Thöny, Chur und Zürich: Kontrabass.  Der Vereina-Express ist eine Formation, die aus drei Generationen besteht. Die Mitglieder der älteren Generation sind alle Meister ihres Faches und zum Teil Musikpädagogen und Komponisten. Nichtsdestoweniger erstaunt es aber, dass schon die noch sehr jungen Mitglieder mit ihnen mithalten können. Simon Koller, der zweitjüngste im Bunde und u.a. auch Mitglied der Engadiner Formation «Rümli Gäng», hat unter dem Namen «Nozzas d’aur» bereits einen Walzer komponiert.

Von den Anfängen der Bündner Tanzmusik bis zum Bündner Stil

Den Zuhörern wurde ein Interessanter Abend mit Informationen und viel Musik geboten. Manche Musikbegeisterte dürften mit einem vertiefteren Kenntnisstand des typischen Bündner Stils in der Ländlermusik nach Hause gegangen sein. Diesen gibt es grundsätzlich noch gar nicht so lange. Der Vater der beiden am Auftritt musizierenden Brüder Christoph und Hanspeter Kuhn, Jürg Kuhn, hatte 70 Jahre lang Ländlermusik im Bündner Stil komponiert. Anfangs des 20. Jahrhunderts war die Bündner Tanz- und Volksmusik geprägt durch Geige, Trompete und Bass. Das war damals die Fränzli-Musig und Seppli-Musig. Die Musikerfamilien Majoleth, Waser, Kollegger, Metzger und wie sie alle hiessen, hatten Märsche, Walzer, Schottisch und Polka komponiert und gespielt. Auch heute sind diese Musikstücke immer noch beliebt. Sie beinhalten meistens auch Teile in «Moll», was ihnen eine melancholische Note gibt. Mit Bezug auf den heutigen Bündner Stil wird angenommen, dass er durch die Kapelle Luzi Brüesch begründet wurde. Damals wurden das Schwyzer-Örgeli und auch die Handorgel und die Klarinette eingeführt. Die heutige Standardformation des Bündner Stils besteht aus zwei Klarinetten, zwei Schwyzer-Örgeli und einem Bass. Stellvertretend für die zahlreichen Musikstücke im ersten Teil des Abends können dabei folgende drei erwähnt werden, nämlich der Marsch «Vazer Alpfahrt» von Lenz Majoleth, der Schottisch «Du mis Liebeli» von Luzi Brüesch und der Walzer «Alte und Neue Post» von Luzi Bergamin. Interessanterweise kam zudem ein klangvolles Musikstück der Ländlerkapelle Flütsch aus Pany aus den 30er Jahren zur Aufführung. Nebst den üblichen Instrumenten spielt dort die Trompete eine starke Begleitung.

Die Bündner Musik wanderte aus und wurde weitergegeben

Im zweiten Teil des Abends erfuhren die Besucherinnen und Besucher wie die Bündner Volks- und Tanzmusik durch Landsmänner oder auch durch andere Volksmusikbegeisterte quer durch die Schweiz gewandert war und die Melodien in jenen Regionen wieder anders interpretiert und mit den dort eingesetzten Instrumenten gespielt wurden. Thomas Marthaler z.B. befasste sich vollkommen mit der Innerschweizer- und Bündner Ländlermusik. Er schrieb unter anderem die Polka «Bi jedem Wätter», die von Andrea Thöny arrangiert und vom «Vereina-Express gespielt wurde.  Auch kompliziertere Stücke wie «Derborence» von Michel Steiner und «La Tsétzerine» von A.O Clerc kamen zur Aufführung. Bei diesen brauchte es die Garkleinflöte (eine kleine Blockflöte aus Holz mit hoher Tonlage), das Sopransaxofon und die Bassklarinette.  Interessant war auch, wie die Melodie «Gilberte de Courgenay» von Christoph und Hanspeter Kuhn bespielt wurde.

Und die so «angereicherte» Musik kam dann wieder zurück ins Engadin und fast zum Schluss mit einer Eigenkomposition «Nozzas d’aur» von Simon Koller. Und mit dem Walzer «Foppacollani» von Otto Battaglia wurde ein lüpfiges Musikstück mit der klassischen Besetzung des heutigen Bündner Stils gespielt. Der offizielle Ausklang bildete dann der Schottisch «Engadiner Nussknacker» von Arno Caflisch.

Stubetä im Gemsli

Ein weiterer Höhepunkt war darauf folgende die Stubetä am späteren Abend im Gemsli, wo nach Herzenslust bis in alle Nacht hinein musiziert wurde.

Dank

Die Organisatoren danken allen Volksmusikbegeisterten für ihren Besuch im Volksmusighus. Weitere Veranstaltungen werden auf unserer Website laufend publiziert.


Und hier noch eine Kostprobe


 
 
 

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